Ein zu kleines Bild verliert sich an einer großen Wand, ein zu großes erdrückt den Raum. Dabei genügen ein paar einfache Faustregeln, um die richtige Größe zu treffen – ob Sie nun ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer oder einen Eingangsbereich gestalten.
Die Zwei-Drittel-Regel
Über einem Möbelstück (Sofa, Sideboard, Kopfteil des Bettes) sollte das Bild – oder die Bildergruppe – etwa zwei Drittel der Möbelbreite einnehmen. Unter der Hälfte wirkt es verloren; über drei Viertel scheint es optisch über das Möbel hinauszuragen.
- 2 m breites Sofa: Peilen Sie rund 1,30 m Breite an, zum Beispiel zwei Bilder in 50 × 70 im Hochformat nebeneinander (1,15 m mit Abstand) oder das größte Format, ein Querformat in 70 × 100 (1,09 m mit breitem Rahmen).
- 1,60 m breites Kopfteil: rund 1,05 m, etwa ein Querformat in 70 × 100 (1,03 m mit dem schmalen klassischen Rahmen).
- 1,50 m breites Sideboard: rund 1 m, zum Beispiel zwei Bilder in 40 × 50 nebeneinander (je 43 cm mit dem schmalen klassischen Rahmen).
- 1 m breite Konsole oder Kommode: rund 65 cm, also ein Bild in 50 × 70 im Hochformat (53 cm mit schmalem, 59 cm mit breitem Rahmen).
Planen Sie mit der gerahmten Größe
Das angegebene Format ist das des Rahmens: die Größe der Öffnung, in der das Werk sitzt. Der Rahmen fügt seine Leiste hinzu: 3 cm beim schmalen klassischen Rahmen (1,5 cm pro Seite), 9 cm beim breiten Holzrahmen. Das Passepartout dagegen ändert die Bildgröße nicht: Es sitzt im Rahmen, und das Werk wird etwas kleiner gedruckt. Ein Bild in 50 × 70 mit klassischem Rahmen misst an der Wand also 53 × 73 cm, mit oder ohne Passepartout.
| Format | Gerahmt, mit oder ohne Passepartout | Wo es hinpasst |
|---|---|---|
| 10 × 15 cm | 13 × 18 cm | Regal, Schreibtisch, Bilderwand |
| 13 × 18 cm | 16 × 21 cm | Nachttisch, Bilderwand |
| 18 × 24 cm | 21 × 27 cm | Schmaler Eingangsbereich, Bad, Bilderwand |
| 20 × 30 cm | 23 × 33 cm | Flur, Küche, als Serie |
| 30 × 40 cm | 33 × 43 cm | Schlafzimmer, Arbeitszimmer, über einer Konsole |
| 40 × 50 cm | 43 × 53 cm | Über einer Kommode, als Duo über dem Sofa |
| 50 × 70 cm | 53 × 73 cm | Über dem Sofa oder dem Bett |
| 70 × 100 cm | 73 × 103 cm | Große Wohnzimmerwand, als Blickfang |
Raum für Raum
- Wohnzimmer: Hier befindet sich oft die größte Wand der Wohnung. Ein Bild in 50 × 70 oder 70 × 100 über dem Sofa oder zwei gleiche Formate nebeneinander.
- Schlafzimmer: Halten Sie sich über dem Bett an die Zwei-Drittel-Regel, gemessen an der Breite des Kopfteils. Das Querformat greift seine waagerechte Linie schön auf.
- Eingangsbereich und Flur: Hier geht man dicht an der Wand vorbei, und aus der Nähe wirken mittlere Formate (20 × 30, 30 × 40) am besten. Eine Reihe gleich ausgerichteter Rahmen gibt einem Flur Rhythmus.
- Arbeitszimmer: ein Bild in 30 × 40 oder 40 × 50 in Ihrem Blickfeld, damit die Augen zwischen zwei Bildschirmen zur Ruhe kommen.
- Küche und Bad: kleine Formate, abseits von Spritzwasser und Wärmequellen.
Hochformat oder Querformat?
Orientieren Sie sich an der Form von Wand und Möbelstück. Über einem Sofa oder Bett verlängert das Querformat die waagerechte Linie; zwischen zwei Fenstern, an einem schmalen Wandstück oder im Treppenhaus streckt das Hochformat den Raum in die Höhe. Jedes Werk lässt sich im Hoch- oder Querformat gestalten.
Und der Betrachtungsabstand?
Je größer der Abstand, aus dem man ein Bild betrachtet, desto größer darf es sein. Eine praktische Faustregel: Ein Werk lässt sich bequem aus dem Anderthalb- bis Zweifachen seiner Diagonale betrachten. Ein Werk in 50 × 70, gerahmt mit Passepartout (rund 1,10 m Diagonale), kommt also aus 1,60 m bis 2,20 m Entfernung am besten zur Geltung – dem typischen Abstand zwischen Sofa und gegenüberliegender Wand.
Sie schwanken zwischen zwei Formaten? Nehmen Sie das größere: An der Wand wirkt ein Werk fast immer kleiner, als man es sich vorgestellt hat. Wie hoch es hängen sollte, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur richtigen Aufhängehöhe.



